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Interview zur Mitarbeiterumfrage „Gesunde Balance“

7 min Lesedauer
Steckbrief
Soraya Moshefy ist Leiterin des Bereichs Personal & Organisation. Sie ist seit 2013 bei der Finanz Informatik Solutions Plus am Standort Frankfurt am Main tätig.

Damit aus gut noch besser wird

Im Zuge der Corona-Pandemie haben sich 2020 die Arbeitsbedingungen für die  Lösungsfinder*innen der FI-SP zumindest zeitweise verändert. Um zu erfahren, welche Auswirkungen die außergewöhnliche Situation auf das Arbeitsumfeld hat, wurde nach Ende des ersten Lockdowns die Befragung „Gesunde Balance“ gestartet. Soraya Moshefy, Bereichsleiterin Personal & Organisation spricht im Interview über die Ergebnisse und Konsequenzen der Mitarbeiterbefragung.

Hallo Frau Moshefy, Sie haben unter den Mitarbeitenden der FI-SP die Befragung „Gesunde Balance“ verantwortet. Worum ging es dabei, was war die Motivation?

Selbstverständlich beschäftigen wir uns als Arbeitgeber unter anderem mit dem Gesundheits- und Arbeitsschutz. Dazu gehört neben den Themen ergonomische Büroausstattung, Lichtverhältnisse, Fluchtwege und so weiter auch die Frage, welche Auswirkungen die Umstände, wenn man so will das „Drumherum“ von Arbeit, auf jeden einzelnen haben. Um im Kontext der ungewohnten und für uns alle neuen Pandemiesituation Antworten zu bekommen, haben wir die Umfrage gestartet.

Bevor wir auf die Ergebnisse zu sprechen kommen, können Sie bitte ein paar Eckdaten zur Methodik der Umfrage geben?

Es wurde ein Fragebogen mit geschlossenen und offenen Fragen eingesetzt – wobei die Fragen den Hintergrund der besonderen Pandemiesituation aufgegriffen haben. Also Fragen zu Themen wie Jobsicherheit, wie geht’s mir dabei im Home Office zu arbeiten, wieviel Handlungsspielraum geben meine Führungskraft und die Firma mir, um mit den besonderen Anforderungen in dieser Situation umzugehen, wie wertschätzend gehen wir im Team miteinander um …  Eine Umfrage mit geschlossenen Fragen lässt sich zwar gut auswerten, kann aber immer nur Tendenzen aufzeigen. Daher haben wir mit zwei offenen Fragen allen die Möglichkeit gegeben, uns gerne weitere Rückmeldungen zu geben. Bei diesen beiden Fragen ging es um „Was brauchen Sie aktuell noch, damit Sie besser arbeiten können?“ und „Was läuft denn aktuell gut, was Sie gerne über die Pandemie hinaus beibehalten wollen?“

Außerdem haben wir eine weitere Frage gestellt, eine Art Meta-Frage, nämlich, ob der oder die Befragte der Ansicht ist, dass in dieser Umfrage die richtigen Fragen gestellt wurden. Das ist ja durchaus eine wichtige Information.

Wie werten Sie die Ergebnisse insgesamt, was ist Ihr Fazit?

Die Rückmeldungen, die wir von unseren Lösungsfinder*innen bekommen haben, waren durchweg positiv bis sehr positiv. Ich kann nicht sagen, dass mich das überrascht hat, denn es deckt sich mit einer eigenen Wahrnehmung darüber, was wir in dieser Pandemie besonders gut gemacht haben und was uns insgesamt auszeichnet. Aber ich will doch betonen, dass es mich sehr gefreut hat, dass unsere Mitarbeitenden viele Dinge bei uns so wahrnehmen und uns als Arbeitgeber diese Rückmeldung gegeben haben.

Wenn man detaillierter hinschaut: Bei welchen Themen fühlen sich die Lösungsfinder*innen gut aufgehoben? Was hat die FI-SP während der leider noch andauernden Corona-Krise richtig gemacht?

Der Aussage „Meine Beschäftigung in meiner Firma ist in der aktuellen Situation sichergestellt“ haben über 90 Prozent zugestimmt. Das ist, wenn man mal schaut, was in anderen Branchen der Wirtschaft gerade passiert, eine sehr gute und eine sehr beruhigende Aussage. Gut für uns als Unternehmen zu hören, dass unsere Lösungsfinder*innen es so wahrnehmen, wie die Geschäftsleitung selbst es einschätzt und natürlich auch schön für die Menschen. Mit einem Gefühl der Sicherheit im Rücken lebt und arbeitet es sich einfach besser.  

Ein anderer Aspekt, bei dem wir sehr gute Ergebnisse erzielt haben, geht auf den Handlungsspielraum ein, den jeder einzelne in dieser Krisensituation hat – etwa um private Herausforderungen bewältigen zu können. Gerade wenn wir schon aufgrund der äußeren Umstände so fremdbestimmt sind, auch noch versuchen zu müssen, alles unter einen Hut zu bekommen, ist das eine große Belastung. Zum Beispiel die Versorgung der Großeltern, die Betreuung von Kindern usw., da ist es wichtig, Handlungsspielräume zu haben und zu wissen, dass man zumindest in seinem beruflichen Umfeld noch Dinge selbst gestalten kann. Hierzu haben wir sehr positive Rückmeldung von unseren Mitarbeitenden bekommen. Ähnliches gilt auch für die Kommunikation während dieser Krise. Diese wurde insgesamt als sehr gut wahrgenommen, die meisten sind offensichtlich der Ansicht, die relevanten Informationen bekommen zu haben und wissen, was im Unternehmen passiert und was zu tun ist.

Ein weiteres Thema der Umfrage war: Wie geht meine Führungskraft mit der Situation um und bin ich der Ansicht, dass wir insgesamt fair und wertschätzend miteinander umgehen? Die Ergebnisse sind auch hier ein großes Kompliment und wir schließen daraus, dass sich unsere Mitarbeitenden insgesamt gut aufgehoben fühlen und der Ansicht sind, von ihren Führungskräften gut unterstützt zu werden, auch unter den Bedingungen der räumlichen Distanz.

Bei welchen Themen lief es in der Corona-Zeit weniger gut?

Vorab sollte man feststellen, dass auf die offene Frage, „Was würde Ihnen in der aktuellen Situation konkret helfen?“ immerhin 280 Lösungsfinder geantwortet, dass sie nichts brauchen. Das ist bei 380 Personen, die an der Umfrage teilgenommen haben, schon mal eine sehr deutliche Aussage.

Einige haben die Rückmeldung gegeben, dass sie einen ergonomischen Bürostuhl vermissen oder sich einen zweiten Monitor wünschen. Das ist verständlich. Wir hatten zu Beginn des Lockdowns 480 Mitarbeiter, die von heute auf morgen remote arbeiteten. Wir waren nicht darauf eingestellt und konnten auch nicht hingehen und sagen, wir statten jetzt 480 Heim-Arbeitsplätze aus. Daher haben wir seinerzeit kurzfristig ermöglicht, dass man sich einen Monitor aus dem Büro an seinem Arbeitsplatz abbauen und mit nach Hause nehmen konnte.

Im November gab es eine Corona-Beihilfe von 500 Euro netto an jeden. Wer möchte, kann das Geld nutzen, um sich zu Hause seinen Bedürfnissen entsprechend einzurichten. Wenn aber jemand sagt, für mich passt es so, wie es ist, kann man sich von dem Geld natürlich auch was anderes Schönes gönnen. Der Geschäftsführung war es wichtig, auf dieser Weise ein Dankeschön auszudrücken für das, was von den Beschäftigten unter diesen erschwerten Bedingungen geleistet wurde.

Neben der Ausstattung am Remote-Arbeitsplatz: Gibt die Umfrage noch weitere Hinweise, wo nachgesteuert werden kann?

Die quasi mit Note 2 oder 2- am schlechtesten bewertete Frage bezieht sich auf das Thema Weiterbildung in der Pandemie. Vieles, was in diesem Bereich geplant war, konnte aus den bekannten Gründen nicht stattfinden, keine Präsenzveranstaltungen, keine Dienstreisen. Zugleich waren wir noch nicht komplett auf digitales Lernen eingestellt. Hier gibt es Optimierungsbedarf. Das ist ein To-do für uns und die Kolleginnen und Kollegen aus der Personalabteilung haben bereits Lösungen erarbeitet, wir haben vieles auf Online umgestellt und werden unser Angebot auch noch erweitern.

Remote Arbeiten gehört für viele Arbeitnehmer zu den angenehmeren Erfahrungen des Krisenjahrs 2020. Was sagen die Lösungsfinder*innen zu diesem Thema?

Die räumliche Flexibilität ist ebenso wie zeitliche Flexibilität ein Thema, das viele bei uns bewegt, was sie gut finden und was viele auch über die aktuelle Situation hinaus gerne beibehalten möchten.

Wird die FI-SP das Thema aufgreifen und eine entsprechende Lösung anbieten?

Das Ziel einer Umfrage ist, Handlungsbedarfe zu erkennen und sich diesen dann auch zu stellen. Auch wenn wir tolle Ergebnisse erzielt haben, können wir uns nicht einfach zurücklehnen. Und deshalb haben wir im Dezember 2020 zu Ihrer Frage ein Projekt ins Leben gerufen. Es ist ein Analyseprojekt im Auftrag der Geschäftsleitung. Die Projektleiterin wird aus allen Geschäftsbereichen Stakeholder, ebenso wie die Mitbestimmungsgremien, einbinden. In diesem Projekt wird es darum gehen, Handlungsoptionen für die Zukunft zu untersuchen und Empfehlungen daraus abzuleiten. Was sind Wunschvorstellungen, was lässt sich mit der Wirklichkeit abdecken, mit welchen Aufwänden ist das verbunden, mit welchen Kosten, mit welchen Chancen? Wir sehen eine sehr große Chance, die Mitarbeiterzufriedenheit weiter zu steigern. Aber natürlich werden wir in dem Projekt auch die Risiken abwägen.

Welche Risiken könnten das sein?

Nehmen wir rein hypothetisch an, das Ergebnis der Analyse wäre, dass wir künftig alle dauerhaft und überwiegend im Homeoffice arbeiten würden. Dann stellt sich die Frage, was das mit uns als Unternehmen macht, mit unserer Kultur und unseren Unternehmenswerten. Gerade bei der FI-SP, schließlich verstehen wir uns als ein Team von Lösungsfindern. Die Frage wird also sein, wie schaffen wir es, das beizubehalten, was der Kern dessen ist, was uns ausmacht. Das müssen wir betrachten. Am Ende des Projektes wird es eine Handlungsempfehlung geben. Aber wie die aussehen wird, was wann wie umgesetzt wird, kann man jetzt noch nicht wissen, dafür gibt es dieses Projekt.  

Corona hat von Ihnen nicht nur gefordert, vielen Orga- und Personalfragen zu managen, sie mussten selber auch mit der Situation umgehen. Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen in der Pandemie?

Ich erinnere mich noch gut, im März letzten Jahres war diese neue und ungewohnte Situation auch für mich mit vielen Unsicherheiten verbunden. Und als dann tatsächlich der Lockdown kam, das war schon heftig, wenn ich so drüber nachdenke, halt etwas Noch-nie-da-gewesenes.

Aber wie das so ist, aus Krisen wachsen auch Chancen und worüber ich mich im Nachhinein sehr freue, ist einfach, dass ich hier in einem Unternehmen mit Menschen zusammenarbeite die alle auf ihre Weise einen Beitrag geleistet haben, damit wir alle es gemeinsam schaffen, gut durch diese schwierige Zeit zu kommen. Zu sehen, wie konstruktiv und erfolgreich wir alle an einem Strang gezogen haben, das hat mich sehr gefreut. Für mich hat sich in der Pandemie nochmal besonders gezeigt, was ich sowieso vorher schon wusste, „hier bist du richtig!“.